Das Kreuz der Freiberuflichkeit

Veröffentlicht: Donnerstag, 12. Dezember 2013 Geschrieben von Tanja Stern Drucken

Was denken Sie, wenn Sie das Wort Freiberufler hören? An Architekten in gestylten Büros, an Musiker auf Konzerttourneen, an einsame Computergenies mit astronomischen Stundensätzen? Die wird es wohl geben, und vermutlich haben sie an ihrem Status nicht zu leiden. Das Gros der Freiberufler aber kämpft sich in unsicheren Existenzen durchs Leben, mit schwankendem Einkommen und oft mit einem überaus harten Arbeitspensum, das weder Sonntagsruhe noch Kranksein erlaubt. Der Vorzug, ausschlafen zu können und keinen Chef über sich zu haben, wird bezahlt mit einer ständigen Einsatzbereitschaft und Präsenz, mit einem aufreibenden Wechsel zwischen Leerlauf und Termindruck, mit verrücktesten Arbeitszeiten und -orten, mit der unaufhörlichen Hetzjagd nach Kunden, Ideen, Aufträgen, Absatz.

Dass diese Hetzjagd nicht immer von Erfolg gekrönt ist, weiß man, und entsprechend groß ist das Misstrauen, das man Freiberuflern landläufig entgegenbringt. Wir sind das rote Tuch für jeden Vermieter. Das Entsetzen jedes Bankers. Die windigen Zigeuner, stets mit einem Bein über dem Abgrund der Insolvenz. Wir zahlen höhere Versicherungsprämien und haben dafür weniger Leistung zu erwarten. Dass wir kreditunwürdig sind, braucht kaum noch eigens erwähnt zu werden. Doch es sind nicht nur die Kredite, die man uns verweigert. Als Freiberufler muss man auf jeden finanziellen und rechtlichen Anspruch verzichten, der für Angestellte selbstverständlich ist. Selbst ein Hartz-4-Empfänger hat von staatlichen und öffentlichen Institutionen mehr Hilfe zu erwarten als ein Freiberufler. Wir rangieren unterhalb jeder gesellschaftlichen Kategorie.

Lesen Sie hier ein paar beispielhafte Fälle aus dem Leben einer Freiberuflerin.

 

  • Wohngeld? Nicht für mich

    Stellt der Freiberufler einen Wohngeldantrag, kann er als Einkommensnachweis keine Monatsbelege, sondern nur den Einkommensteuerbescheid des jeweils letzten Kalenderjahres vorlegen. Demzufolge erhält er sein Wohngeld quasi mit einem Jahr Verspätung, also berechnet auf das Einkommen des Vorjahrs, was in der Praxis zu absurden Konstellationen führen kann. So hatte ich im Jahre 2006 mit meinem Einkommen Glück gehabt, worauf ich im Jahre 2007 prompt Pech mit meinem Wohngeld hatte: Mein Antrag wurde abgelehnt, da mein Einkommen zu hoch sei, und obwohl es mir just um diese Zeit finanziell besonders schlecht ging, musste ich auf die Stütze des Wohngelds verzichten. Entsprechend düster sah dann aber auch der Einkommensteuerbescheid 2007 aus, so dass ich guten Mutes 2008 einen neuerlichen Wohngeldantrag stellte – diesmal war mein Einkommen bestimmt nicht zu hoch.

    Was ich damals noch nicht wusste: Auch ein zu geringes Einkommen wird mit dem Entzug von Wohngeld bestraft. Hintergrund ist die Vermutung, dass nur Schwarzarbeit im Spiel sein kann, wenn kein hinreichendes Einkommen nachgewiesen wird. Natürlich äußert niemand diese Vermutung, und es gibt auch im ganzen Wohngeldgesetz keinen Paragraphen, der eine untere Einkommensgrenze definiert. Der Wohngeldentzug bei zu niedrigem Einkommen wird einfach von den Wohngeldbehörden praktiziert und von der Gerichtsbarkeit bestätigt.

    Anstelle der erhofften Wohngeldzusage traf ein strenges Schreiben ein, in dem ich zur Auskunft aufgefordert wurde, wovon ich meinen Lebensunterhalt bestreite, da das Einkommen, das aus dem vorgelegten Einkommensteuerbescheid hervorgehe, unterhalb des Regelsatzes liege. Natürlich hätte ich das Schreiben in die Tonne treten und auf das Wohngeld verzichten sollen. Aber ich brauchte es sehr dringend, und so versuchte ich zu erklären, warum mein Einkommen im letzten Jahr so niedrig ausgefallen war. Ich schrieb, dass ich für meinen Kleinverlag viel Geld in Druckkosten investiert und dafür sogar meine private Lebensversicherung beliehen hätte. Diese nicht amortisierten Kosten seien in die Steuererklärung eingeflossen, die insofern ein verzerrtes Abbild meiner Finanzlage biete.

    Diese Erklärung brach mir endgültig den Hals. Die zuständige Sachbearbeiterin – dieselbe, die mich im letzten Jahr aufgrund zu hohen Einkommens abgewiesen hatte – ließ mich wissen, Druckkosten seien keine Aufwendungen für den täglichen Bedarf, und nach wie vor bleibe die Frage offen, wovon ich meinen Unterhalt bestreite. Und als ich sie fassungslos fragte, wie ich denn mit einem solchen Einkommen, das sie selbst zu niedrig fände, auch noch ohne Wohngeld auskommen sollte, meinte sie ungerührt, dann müsste ich eben zum Sozialamt gehen, das sei für eine wie mich der richtige Weg.

    Ich wollte nicht glauben, dass Vater Sozialstaat mir eben deshalb, weil ich in besonders hohem Maße hilfsbedürftig war, die Unterstützung verweigerte, die er Bessergestellten anstandslos gewährte. Also brachte ich die Sache vor das Berliner Verwaltungsgericht, wo ich mit Pauken und Trompeten unterging. Es fand noch nicht einmal ein Kampf statt. Während die Anwältin der Gegenseite in lässig-siegessicherem Schweigen verharrte, erläuterten mir die Richter wortreich, warum ich kein Wohngeld beanspruchen dürfte. Keinem einzigen von ihnen kam auch nur entfernt der Gedanke an die Absurdität des Falls.

    Meine erste Reaktion war schnaubende Empörung: Ich schmeiße hin! Ich marschiere zum Sozialamt, genauso wie es mir die Dame vom Wohngeldamt geraten hat, und lasse mich in Zukunft nur noch durchfüttern! Warum schufte ich mich so ab, wenn ich es als Sozialfall weitaus leichter hätte? Doch mit der Zeit hat sich die Wut gelegt und ist einer matten Verachtung gewichen. Sollen sie sich doch ihr Wohngeld in die Haare schmieren, sollen sie es doch denen geben, die es weniger nötig brauchen. Ich habe mir vorgenommen, keine Wohngeldanträge mehr zu stellen. Es muss auch so gehen.

  • Dispokredit? Nicht für mich

    Banken urteilen in Rastern. Wer diese festlegt, ist mir unbekannt, doch sie müssen wohl der Realität entsprechen, wenn so viele kluge Leute an den Schalthebeln der Macht sich ihrer bedienen. Familienväter mit Festanstellung werden grundsätzlich für solvente und vertrauenswürdige Menschen gehalten, obwohl sie täglich dutzendfach das Gegenteil beweisen. Freiberufler dagegen gelten ebenso grundsätzlich als suspekt. Bei vielen Banken dürfen sie nicht mal ein simples Girokonto eröffnen.

     Möglicherweise hätte mich auch die Dresdner Bank als Kundin abgewiesen, aber ich wurde ihr aufgezwungen. Einst führte ich ein Konto bei der Advance Bank, einer der ersten Direktbanken Deutschlands, die ihre Kunden mit großzügigen Konditionen lockte, unter anderem mit komfortablen Dispokrediten. Leider hatte die Bank nur wenig Erfolg und wurde schon nach wenigen Jahren von der Dresdner Bank geschluckt – vielleicht kam sie als Direktbank einfach zu früh, oder die Konditionen waren für das Geschäft zu großzügig gewesen. Alle Konten der Advance Bank gingen über auf die Dresdner Bank, wobei sowohl die scheidende als auch die neue Bank den Kunden in freundlichen Schreiben versicherte, dass sich an den Konditionen der Kontoführung durch den Wechsel nichts ändern werde.

     Na schön, dachte ich, dann eben Dresdner Bank. Solange ich die kostenlose Kontoführung und den vereinbarten Kreditrahmen von 2.100,-- € behielt, konnte es mir egal sein, wie der Laden hieß. Nach einiger Zeit kam von der Dresdner Bank ein weiteres freundliches Schreiben: Man werde fortan mein Konto nicht mehr als Privat-, sondern als Geschäftskonto führen. Na schön, dachte ich wieder, dann eben Geschäftskonto. Bisher hatte ich zwar meine Konten nicht getrennt, aber da ich seit einiger Zeit einen Kleinverlag betrieb, erschien es mir ganz praktikabel, dafür eine eigene Buchführung zu haben. Ich nahm also die Ansage widerspruchslos hin und richtete mir bei einer anderen Bank ein neues Privatkonto ein.

     Den Kreditrahmen hatte ich während all der Zeit kaum in Anspruch genommen, doch im Jahre 2007 hatte ich vor, ihn voll auszureizen: Ich plante den Druck verschiedener Titel, und meine Druckerei verlangte dafür einen Vorschuss. In den Zeit- und Finanzplänen, die ich aufstellte, bildete der Dispokredit der Dresdner Bank einen wichtigen Faktor, denn auf einen Mikrokredit bestand nicht die geringste Aussicht. Gerade hatte ich den ersten großen Auftrag an die Druckerei ausgelöst, als ich von der Dresdner Bank ein völlig rätselhaftes Schreiben erhielt. Schon der Betreff war eigenartig: „Dispositionskredit auf Ihrem Privatkonto“. Auf was für einem Privatkonto? Noch sonderbarer war der Inhalt, der nur aus drei lapidaren Sätzen bestand: „Zur Zeit haben wir für Sie einen Dispositionskredit in Höhe von 2.100 Euro vorgemerkt. Wie hierzu mit Ihnen vereinbart, streichen wir mit Wirkung vom…“ Was? Aber das war in zehn Tagen! „…die Vormerkung Ihres Dispositionskredits. Bitte beachten Sie, dass Ihr Privatkonto ab dem vorgenannten Termin im Guthaben geführt wird.“

     Ich rief meine Bankbetreuerin an und fragte, was das zu bedeuten hätte. Wann sei denn je etwas mit mir „vereinbart“ worden? Und wieso spreche sie in dem Schreiben plötzlich von einem „Privatkonto“? Da liege doch bestimmt eine Verwechslung vor, meinte ich mit einer treuherzigen Zuversicht, die der Bankerin nicht wenig peinlich war. Meine Begriffsstutzigkeit zwang sie, direkt auszusprechen, was sie lieber nur verblümt hätte durchblicken lassen: dass hier durchaus keine Verwechslung vorlag. Dass mein Dispokredit tatsächlich in zehn Tagen vollständig gestrichen werde. Ich fiel aus allen Wolken hart auf die Erde. Vollständig gestrichen! Aber warum? Die Dame am anderen Ende der Leitung geriet aufs Neue in Verlegenheit: weil die Umsätze auf dem Konto… ääh… nicht ausreichend seien, um ein Dispositionslimit in solcher Höhe zu rechtfertigen. Aber ich hätte doch außer dem Girokonto auch noch Fonds bei der Dresdner Bank! Damit wäre doch notfalls reichlich Sicherheit gegeben! Und überhaupt, sie kenne mich doch! Ich sei doch seit Jahren Kundin bei der Bank! Nie hätte ich mein Konto überzogen, nie Anlass zu irgendwelchem Ärger gegeben! Warum tue man mir ausgerechnet jetzt so was an?

     Die Bankerin blieb hart: Sie handele lediglich nach den Vorschriften der Bank, die die Streichung des Dispokredits unter den gegebenen Umständen verlangten. Aber als mein Advance Bank Konto von der Dresdner Bank übernommen wurde, sei mir doch versprochen worden, dass die Konditionen der Kontoführung unverändert bleiben sollten! Die Bankerin blieb hart: Das hätte nur für ein Privatkonto gegolten, jetzt aber führe ich ein Geschäftskonto, für das neue Konditionen eingeräumt werden könnten. Aber das sei doch nicht meine Idee gewesen! Zu spät erkannte ich die böse Falle, die sich hinter der Umstellung des Kontos verbarg. Wie hatte ich bloß darauf eingehen können!

     Am Ende flehte ich nur noch um einen Aufschub. Die Druckerei sitze mir im Nacken! Ich müsste einen Vorschuss leisten, jetzt, sofort! Wenigstens bis zum Monatsende solle sie mir den Kreditrahmen lassen, damit ich Zeit hätte, eine Lösung zu finden! Die Bankerin blieb hart: Ein Aufschub sei nicht möglich. Zehn Tage noch, dann werde der Kredit gestrichen.

     Die Geschichte endete damit, dass ich, um die Druckerei bezahlen zu können, unter höchst ungünstigen Konditionen meine Lebensversicherung beleihen musste. Zuvor hatte ich noch den Ombudsmann der Dresdner Bank um Vermittlung gebeten, doch der ergriff, wie nicht anders zu erwarten, gegen mich und für die Bank Partei. „Die in den Jahren 2006 und 2007 verbuchten Umsätze bieten bislang keine Basis für die Krediteinräumung“, hieß es zur Begründung. Und damit waren meine Möglichkeiten des Protestes und der Gegenwehr auch schon erschöpft. Zwar erkundigte ich mich auch nach möglichen juristischen Schritten – schließlich war ich in dieser Sache eindeutig finanziell geschädigt worden –, doch ich musste schnell erkennen, dass es dafür keine Chance gab. Banken scheinen hierzulande generell in einem rechtsfreien Raum zu agieren, ein Staat im Staate, der sich selbst die Gesetze gibt. Bei der Gewährung oder Höhe von Dispositionskrediten sind den Banken keinerlei Schranken gesetzt, und natürlich dürfen sie, genau wie Politiker, auch beliebig gegebene Zusagen brechen.

    Als ich mein Konto bei der Dresdner Bank auflöste, musste ich jener Betreuerin noch einmal gegenübertreten. Während sie die Kündigungspapiere ausschrieb, sprach aus ihrer Miene unverkennbarer Triumph. Sie war von allen Vorgesetzten in ihrer Handlungsweise bestätigt worden, vielleicht sogar belobigt, weil sie die Bank von einer solch fragwürdigen Kundin befreite. Übrigens hat sich auch hier meine Empörung längst wieder relativiert. Heute würde ich vermutlich gar nicht mehr das Konto wechseln, sondern einfach die Ohrfeige einstecken und resigniert die Achseln zucken. Ich habe gelernt, dass die Dresdner Bank durchaus nicht schuftiger war, als jede andere Bank an ihrer Stelle gewesen wäre. Irgendwo muss man sein Konto führen, und Diskriminierungen von Freiberuflern sind überall an der Tagesordnung, auch bei meiner jetzigen Bank. Mir sind keine Positivbeispiele bekannt.

  • Null-Prozent-Finanzierung? Nicht für mich

    Der Kauf eines neuen Notebooks war fällig, sogar ausgesprochen überfällig. Zum Glück lockte der MediaMarkt, im Sommer 2009 noch ziemlich allein auf weiter Flur, mit einer attraktiven Null-Prozent-Finanzierung, die das Abstottern größerer Summen in zehn bequemen Monatsraten erlaubte. Damit wollte ich das neue Notebook finanzieren, um kein größeres Loch in meine magere Haushaltskasse reißen zu müssen. Wochenlang studierte ich Prospekte, graste alle Berliner MediaMärkte ab, erwog und zauderte und verwarf. Doch eines Tages stand ich dann vor dem Objekt meines Verlangens: einem wunderschönen Notebook, dessen Leistung kaum einen Punkt auf meiner Wunschliste offen ließ und dessen Preis trotzdem halbwegs moderat war. Genau dieses und kein anderes wollte ich mein Eigen nennen!

    Bereits im Vorfeld hatte ich mich vergewissert, dass auch Selbstständige in den Genuss der Null-Prozent-Finanzierung einbezogen waren, und so rief ich nun voller Zuversicht den nächsten freien Verkäufer herbei und bekundete ihm meinen Wunsch, das Notebook zu kaufen und abzustottern. Der Verkäufer, gleichfalls voller Zuversicht, öffnete in seinem Computer das dafür vorgesehene Formular und fragte die üblichen Angaben ab: In welcher Branche ich selbstständig sei? Wie viel ich etwa pro Monat verdiene? Wie lange ich schon in meiner Mietwohnung lebe? Und so weiter, was die Banken halt so wissen wollen.

    Dann die böse Überraschung: Nur ein paar Sekunden, nachdem die Anfrage abgegangen war, erschien auf dem Monitor die Meldung, dass die Finanzierung abgelehnt werde. Der Verkäufer war darüber ebenso verdattert wie ich und wusste kaum, wie er mir das erklären sollte. Gewiss, die Finanzierung gelte grundsätzlich auch für Freiberufler, doch es gebe halt bankinterne Kriterien, auf die der MediaMarkt keinen Einfluss habe.

    Ich zog also ohne Notebook von dannen und fragte mich mal wieder, womit ich das verdiente. War vielleicht mein Schufa-Eintrag nicht in Ordnung? Erst kürzlich hatte ich im Fernsehen einen Bericht über Leute gesehen, denen ohne ihr Wissen von bösartigen Gläubigern ein negativer Schufa-Eintrag beschert worden war und die daraufhin nirgendwo mehr Kredit bekamen. Ich holte bei der Schufa eine Selbstauskunft ein; doch nein, da war nichts Negatives zu sehen. Es gab keinen nachvollziehbaren Grund, mir eine Finanzierung zu verweigern. Es gab nur die absurde Furcht vor gering verdienenden Freiberuflern, denen weder Zahlungsmoral noch Zahlungsfähigkeit zugetraut wird und denen man darum das Leben noch schwerer macht, als es in ihrem Status ohnehin schon ist.

    Das Notebook habe ich mir trotzdem gekauft – ja, beim MediaMarkt, und ja, auf Raten, mit eben der Null-Prozent-Finanzierung, die man mir nicht geben wollte. Glücklicherweise habe ich eine Schwester, die im öffentlichen Dienst beschäftigt ist. Die hat das Notebook für mich gekauft, und ihr wurde natürlich anstandslos die Null-Prozent-Finanzierung bewilligt. Ein Jahr lang zog die Bank ihr allmonatlich die Rate für mein Notebook ab, und allmonatlich überwies ich ihr den Betrag wieder zurück aufs Konto. Es war ein umständliches Verfahren, doch das einzige, mit dem ein Freiberufler eine Anschaffung auf Raten finanzieren kann.

     Gut, meine Schwester kennt mich und weiß, dass ich bezahle, was ich schuldig bin. Das können die Banken natürlich nicht wissen. Doch die Selbstverständlichkeit, mit der sie davon ausgehen, dass Freiberufler nicht bezahlen, hat das schon etwas Beleidigendes. Demnächst plane ich einen Wohnungswechsel; doch was soll ich bloß sagen, wenn der neue Vermieter nach meinen beruflichen Verhältnissen fragt? Würde ich saufen oder kiffen, würde ich in der U-Bahn betteln, ja, dann hätte ich vielleicht eine Chance – aber als Freiberuflerin? Ich fürchte, bald werde ich diesem Bericht noch ein weiteres Kapitel hinzufügen können: Neue Wohnung? Nicht für mich.